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Seiteninhalt

3. Juli bis 3. Oktober 2016

es beginnt

Die 50er Jahre. Eberhard Schlotter in Darmstadt

"Das Licht kam aus dem Westen. Die Dreißigjährigen fingen von vorn an", formulierte Eberhard Schlotter die als "Stunde Null" empfundenen ersten Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs. Denn der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg hatten nicht nur das Kunstschaffen in Deutschland abrupt vom Rest Europas abgetrennt, sondern auch die Ausbildung und künstlerische Entwicklung der Jugend verhindert. Aber bereits 1945 gründeten engagierte junge Künstler, Schriftsteller und Kunsttheoretiker die "Neue Darmstädter Sezession" mit dem Ziel des kulturellen Wiederaufbaus und der Förderung zeitgenössischer Künstler.

Eberhard Schlotter_Bar_1957

"Bar", 1957

Als Eberhard Schlotter 1955 den Vorsitz der "Neuen Darmstädter Sezession" übernahm, entwickelten sich die seit 1950 geführten "Darmstädter Gespräche" über das Für und Wider gegenständlicher bzw. abstrakter Kunst zum "Darmstädter Kunstkrieg", in dessen Folge Schlotter enttäuscht und verbittert Deutschland verließ. Sein Rückzug ins das Fischerdorf Altea in Südspanien bezeichnet einen entscheidenden Einschnitt in sein weiteres Schaffen. Rückblickend schrieb er über die 50er Jahre: "Ich verzichtete fast das ganze Jahrzehnt über auf die Abbildung des Menschen, vielleicht ist das eine Antwort auf die 50er Jahre?"

Eberhard Schlotter_Kaufhaus_1952

"Kaufhaus", 1952

Die Ausstellung über Schlotters Beginn als selbständiger Künstler beleuchtet die Schaffensphase zwischen dem zunächst euphorischen "Wiederaufbau" in Darmstadt, dem resigniertem Rückzug aus Deutschland und seinem persönlichen Neubeginn in Spanien.

»Große Sitzende«, 1949, Öl auf Leinwand

"Große Sitzende", 1949, Öl auf Leinwand