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Die Geschichte des Bomann-Museums in Celle

Die Gründung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg 1852 befördert in Deutschland die Entstehung von Museen. Nachdem in Celle erste Versuche scheitern, gelingt es anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums 1892, einen Trägerverein aufzubauen und ein provisorisches Museumgebäude in der Bergstraße zu beziehen. Ab 1898 bestimmt der Fabrikant Wilhelm Bomann als Vereinsvorsitzender maßgeblich die Geschicke des Museum.

Als Anhänger der erstarkenden Heimatbewegung reduziert er die Sammlungen auf die ländliche Kulturgeschichte, Stadtgeschichte und hannoversche Militärgeschichte. Durch sein großes Netzwerk kann Bomann die Gelder für einen repräsentativen Neubau mobilisieren, der 1907 eröffnet und kurz darauf erweitert wird. Doch der Erste Weltkrieg und seine Folgen hemmen die Entwicklung, die privaten Zuwendungen nehmen ab. Zu Ehren Bomanns trägt das Museum ab 1923 seinen Namen.

Albert Neukirch tritt im gleichen Jahr die Nachfolge als erster wissenschaftlich ausgebildeter Leiter an. Mit regelmäßigen Kunstausstellungen setzt er neue Akzente. Während der NS-Zeit passt sich das Museum den ideologischen Vorstellungen der Machthaber an und bekundet, im Kern schon immer ähnliche Ziele verfolgt zu haben, etwa bei der Glorifizierung eines bodenständigen Bauerntums. Seit 1938 ist der Verein nicht mehr alleiniger Träger, sondern eine Gesellschaft mit der Stadt Celle als wichtigstem Geldgeber und den weiteren Beteiligten Museumsverein, Landkreis und Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg. Die Kriegsjahre übersteht das Museum ohne größere Schäden.

Ab 1949 liegt die Leitung in den Händen von Dieter-Jürgen Leister. Zu seinen Verdiensten zählen die Vergrößerung der Zinn-, Silber- und Gemäldesammlungen sowie der Einbau einer zentralen Heizungsanlange. In die bestehenden Dauerausstellungen greift er in seiner 30-jährigen Amtszeit aber nicht grundlegend ein.

Erst unter seinem Nachfolger Frank Otten finden ab 1979 größere Veränderungen statt. Ermöglicht wird dies auch durch eine verstärkte Sammlungstätigkeit auf neuen Gebieten wie der Industriegeschichte. Weiterhin kann in der ehemaligen Ratsmühle ein zweckmäßiges Depot mit eigenen Restaurierungswerkstätten aufbaut werden. Zudem wird durch die Verlegung der Verwaltung in die Kalandgasse im Dachgeschoss des Museums Raum frei, um einen Teil der umfangreichen Textilsammlung auszustellen.

Ein Jahr nach dem 100-jährigen Jubiläum wird 1993 ein Anbau vollendet, der unter anderem auch vom neu entstehenden Kunstmuseum genutzt wird. Dieses wird maßgeblich unter Mijndert Bertram aufgebaut, der im gleichen Jahr die Leitung des Museums übernimmt. In seine Amtszeit fallen auch die Neuaufstellung der Industriegeschichte sowie die Einrichtung einer landesgeschichtlichen Abteilung im Celler Schloss.

Seit 2002 bekleidet Jochen Meiners den Posten des Museumsdirektors. Um das vorhandene Potential der Celler Museumslandschaft besser zu nutzen und ihr Profil zu schärfen, wird ab 2006 landesgeschichtliche Sammlung im neu konzipierten Residenzmuseum im Celler Schloss, einer Abteilung des Bomann-Museums, inhaltlich und nominell aufgewertet. Das ebenfalls 2006 neu eröffnete, erweiterte Kunstmuseum Celle betreut seitdem auch die Kunstsammlung des Bomann-Museums. Nach langjährigen Planungen beginnt 2011 die bislang größte und vollständige Umgestaltung der Dauerausstellungen. Die Markenzeichen wie das eingebaute Bauernhaus bleiben erhalten und werden in ein modernes Ausstellungskonzept integriert, das den Mensch und sein Wirken in den Mittelpunkt stellt. Heute ist das Bomann-Museum eines der modernsten und größten kulturgeschichtlichen Museen in Niedersachsen.

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