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1765 schenkte Isaak Jakob Gans, der Hofagent König Georgs III. (1738-1820), seiner Celler Synagogengemeinde zum Andenken an seinen Vater Jakob Gans ein kostbares Thoraschild und eine Paar Thorakronen. Alle drei Teile gehören heute zum Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam. Vermutlich nahm der Celler Rechtsanwalt Julius von der Wall diese wertvollen Silberteile auf der Flucht vor den Nationalsozialisten mit in die Niederlande. Das Ehepaar von der Wall wurde in Auschwitz ermordet.

Die Thora steht im Mittelpunkt jedes jüdischen Gottesdienstes und beinhaltet den ersten Teil der hebräischen Bibel, die fünf Bücher Mose. Diese handgeschriebene Pergamentrolle ist immer mit einem Thoraschild, Thorakronen und einem Thoramantel geschmückt. Kronen und Schild sind sehr wertvolle Silberteile und Schatz einer jeder Gemeinde.

Das Celler Thoraschild fertigte der Hamburger Gold- und Silberschmied Hans Hinrich Brahmfeld (1703-1782) in den Jahren 1760 bis 1765. Nach diesem Original, das zurzeit als längere Leihgabe des Amsterdamer Museums im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen ist, arbeitete die Silberschmiede Oswald, Freigericht, in 2012/13 eine originalgetreue silberne Replik. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung durch Herrn Dr. Wulf Haack, Celle, dem Club der Rotarier Celle Schloss und zahlreichen privaten Spendern konnte diese Replik, die an die einstige Bedeutung der Celler Synagoge erinnert, nun erworben werden. Die Spender Dr. Wulf Haack und die Präsidentin des Rotary Clubs Celle Schloss Frauke Betz übergaben der Leiterin des Celler Stadtarchivs Sabine Maehnert und dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle Michael Stier das Thoraschild, das in der geplanten neuen Dauerausstellung gezeigt wird. Diese Ausstellung wird im Juni 2014 zur Erinnerung an die Wiederweihung der Synagoge vor 40 Jahren eröffnet.

Autor: Sabine Maehnert / FD 47 / Tel. 9360010