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St. Georg Garten

St. Georg Garten

Der Georgsgarten

Siedlung GeorgsgartenSelbst in Fachkreisen ist es heute weitgehend unbekannt, dass in Celle in den 20er Jahren städtebauliche Premieren stattgefunden haben. Der Italienische Garten war die erste geschlossene Wohnsiedlung des Neuen Bauens in Deutschland. Und auch mit der Siedlung Georgsgarten hat Otto Haesler städtebauliches Neuland beschritten: Die Wohnblocks sind erstmals giebelständig zur Straße und nicht wie bis dahin üblich, längs zur Straße ausgerichtet. Diese heute für einen Stadtplaner fast selbstverständliche Lösung war das erste Beispiel dieser Art. Damit wurde ein großer Teil der Schwierigkeiten vermieden, die der bis dahin übliche Bau längs der Straßen mit sich brachte. In einer zeitgenössischen Veröffentlichung berichtet Walter Dexel 1928 wie folgt: "Zwischen ruhigen, durchsonnten Grünstreifen liegen nun die Wohnungen! Geschäfte, Läden und Büros werden auf zwanglose natürliche Art längs der Verkehrsstraße angeordnet [...] Als erstes Beispiel dieser Art ist die Siedlung des Architekten Haesler, Georgsgarten bei Celle, entstanden, der mustergültig diese Frage löst. Die Vorteile sind so einleuchtend, dass man sich erstaunt fragt, warum man noch nicht allgemein zu diesem Prinzip übergegangen ist."


Siedlung GeorgsgartenDesign vom Feinsten, dazu gehörte auch die Haus- und Blockbeleuchtung der Siedlung Georgsgarten. Diese Arbeit von Haesler dürfte vielen Cellern in Erinnerung sein, war sie doch noch bis in den Anfang der 80er Jahre vorhanden. Dieses Detail von Haeslers Schaffen wurde 1928 vom Deutschen Werkbund veröffentlicht, als richtungsweisendes Beispiel einer gelungenen Orientierungsbeleuchtung mittels Transparenten. Die Leuchtkästen mit der Nummer der jeweiligen Zeile sind verloren gegangen; sie ließen sich aber ohne besondere Schwierigkeiten wieder rekonstruieren. Für die 180 Wohneinheiten im Georgsgarten stand ein eigener Kindergarten mit Spielplatz und - seinerzeit etwas ganz besonderes - ein Planschbecken zur Verfügung. Ebenso eine Bücherei, eine Cafeteria und 100 Pachtgärten, angelegt von dem bekannten Worpsweder Gartenarchitekten Leberecht Migge, sind Zeichen für die hohe Qualität dieser Siedlung.