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Caroline Mathilde

Caroline Mathilde, Schwester des Königs von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover, Georg III., wurde bereits als Fünfzehnjährige mit dem König von Dänemark, Christian VII., verheiratet. Bald musste sie feststellen, dass ihr Gemahl kein Interesse an ihr hatte und sein Charakter zudem von einer beginnenden Geisteskrankheit überschattet war. Verunsichert und traurig zog sie sich nahezu vollkommen vom Hofleben zurück. Erst durch die verständnisvollen Bemühungen Struensees, den sie als den Leibarzt ihres Gemahls nun auch konsultierte, stabilisierte sich die Stimmung am Hofe. Auf Struensees Rat begann Caroline Mathilde mit dem Reiten, das sie bald mit großer Leidenschaft betrieb. Ihre Ausritte im Herrensattel und mit Reithosen wurden als kompromittierend empfunden und schadeten dem öffentlichen Ansehen der Königin erheblich. Bald darauf erscheinende Flugblätter zeigten sie in despektierlichen Darstellungen und machten sie zur Zielscheibe des Spotts.

Zwischen dem Arzt und der Königin entwickelte sich währenddessen ein immer enger werdendes Vertrauensverhältnis, das schließlich zu einer intensiven Liebesbeziehung wurde. Nachdem die Affäre in der Öffentlichkeit durch gezielt gestreute Informationen bekannt wurde, verschlechterte sich die Stimmung gegen den Reformer und die Königin erheblich. In der Nacht zum 17. Januar 1772 kam es zu einem Staatsstreich, bei dem auch Caroline Mathilde verhaftet und nach einem Scheinprozess von Christian VII. geschieden wurde. Auf Veranlassung ihres Bruders König Georgs III. wurde Caroline Mathilde nach ihrer Scheidung in die im Regierungsgebiet liegende Residenzstadt Celle verbannt und lebte bis zu ihrem frühen Tod 1775 im Celler Schloss. In den Räumen, in denen die Königin einst lebte, befindet sich heute eine ihr gewidmete Dauerausstellung.