Hilfsnavigation
Quickmenu
Seiteninhalt

Struensee

Der 1769 an den dänischen Hof berufene Arzt Johann Friedrich Struensee (1737-1772) war ein aufgeklärter Mediziner und Reformer. Vor allem auf dem Gebiet der Seuchenkunde, aber auch mit seinen Erkenntnissen über den Zusammenhang von Armut, fehlender Bildung und Krankheit war er seiner Zeit weit voraus. Er gewann das Vertrauen des geisteskranken dänischen Königs Christian VII. und stieg bald zum Kabinettsminister auf. Nicht zuletzt durch seine Liebesbeziehung mit der Königin Caroline Mathilde gewann er überragende Macht. Schließlich regierte Struensee de facto den dänischen Staat.
Zunächst im Namen des Königs und schließlich eigenmächtig setzte Struensee in kürzester Zeit fast 1800 politische und soziale Reformen durch, mit denen er – auf unblutige Weise – bereits zwei Jahrzehnte vor der Französischen Revolution wesentliche Errungenschaften dieser Umwälzung vorwegnahm. Mit seinen von den Ideen der Aufklärung geprägten Reformen brachte Struensee jedoch besonders den Adel gegen sich auf, der sich seiner Privilegien beraubt sah. Innerhalb kürzester Zeit setzten Struensees Gegner eine Welle der Verleumdung und Diffamierung in Gang, die mit gezielt gestreuten Gerüchten, Unterstellungen und Beschuldigungen auch die Stimmung in der Bevölkerung gegen ihn aufwiegelte. In der Nacht zum 17. Januar 1772 kam es schließlich zu einer Palastrevolte, bei der Struensee und einige ihm nahestehende Personen verhaftet wurden. Nach einem europaweit Aufsehen erregenden Scheinprozess wurde Struensee in Kopenhagen im April 1772 hingerichtet.