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CELLE. Erst am 21. März 2014 haben Frauen so viel verdient, wie Männer bereits am 31. Dezember 2013. Der ‚Equal Pay Day‘ erinnert an das Lohngefälle von 22 Prozent zu Ungunsten der Frauen. Unterbrechungen der Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit und Minijobs erhöhen das Armutsrisiko.

Das Lohngefälle ist höher als im Jahr 1995 (21 Prozent) und im Jahr 1999 (19 Prozent / de.statista.com/statistik/daten/studie/3261/umfrage/gender-pay-gap-in-deutschland). Im europäischen Durchschnitt liegt es bei 16,4 Prozent. Zur Situation in Deutschland weist die Hans Böckler Stiftung darauf hin, dass der Entgeltunterschied bei älteren Frauen besonders groß ist. So beträgt das Lohngefälle bei den Frauen im Alter zwischen 61 und 65 Jahren sogar 28 Prozent.

Im Vergleich der Berufe fällt der Unterschied bei den Zahntechnikerinnen mit 27 Prozent besonders ins Gewicht. Ihr Bruttoverdienst liegt monatlich ca. 810 Euro unter dem ihrer männlichen Kollegen. Auch Köchinnen, Bankkauffrauen, Verwaltungsangestellte und Maschinenbautechnikerinnen verdienen zwischen 17 und 21 Prozent weniger. Umgekehrt hat sich das Verhältnis in der Informatik. In diesem Beruf verdienen die Männer knapp 130 Euro weniger als Frauen. Jedoch im ‚traditionellen Frauenberuf‘ Krankenpflege liegen die Männer mit monatlich 230 Euro über dem Verdienst von Frauen (www.lohnspiegel.de; In: Böcklerimpuls 5/2014).

Doch nicht nur die unterschiedlichen Bruttostundenlöhne verfestigen die Geschlechterfalle. Nach wie vor fördert das Steuerrecht mit dem Ehegattensplitting ein Familienbild mit einem männlichen Hauptverdiener und weiblichem Hinzuverdienst. In der Folge verbleibt die Verantwortung für Kinder und alte Menschen bei den Frauen. Sie arbeiten in Teilzeit oder in Minijobs, denn in den Familien fehlen Anreize für die eigenständige Existenzsicherung. Frauen haben dann in vielen Fällen nicht nur weniger Geld in der Tasche, die Gefahr der Altersarmut ist hoch.

Seit dem Jahr 2008 unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Aktionen zum ‚Equal Pay Day‘. In ganz Deutschland finden Veranstaltungen, Diskussionen und Kundgebungen zum Thema "Entgeltungleichheit" statt (www.equalpayday.de). Weitere Informationen erhalten Sie bei der Gleichstellungsbeauftragten aus der Stadt Celle, Rosemarie Lüters Tel. 05141 12 568.

Autor: Rosemarie Lüters / Gleichstellungsbeauftragte / Tel. 12 568