Hilfsnavigation
Quickmenu
Seiteninhalt

Kinder, Opfer häuslicher Gewalt

Der Arbeitskreis „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt in Stadt und Landkreis Celle“ informiert

Kinder sind immer von den Auswirkungen häuslicher Gewalt besonders betroffen. 2009 sind 198 Fälle von häuslicher Gewalt im Raum Celle über die Polizei an die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt „BISS“ gemeldet worden. Davon waren 246 Kinder betroffen. Diese Kinder erleben ihr Zuhause nicht als Schutzraum. In der Regel sind es die Mütter, die den Gewalttätigkeiten der Partner ausgesetzt sind. Diese Situationen empfinden Kinder grundsätzlich als schwerwiegende Bedrohung für ihr Leben, denn sie sehen, hören und spüren die Gewalt auch wenn sie nicht im selben Raum sind. Die Kinder erleben das Schreien der Eltern und es macht ihnen Angst. Sie sind einer extrem angespannten Atmosphäre ausgeliefert, in der ihre Mutter geschlagen und Möbel zerstört werden. Niemand darf erfahren, dass die Mutter misshandelt wurde und nicht, wie sie sagt, z. B. gestürzt ist. Kinder werden somit zur Lüge und Verschwiegenheit verpflichtet. Das erhöht den erheblichen psychischen Druck nochmals und erschüttert das Vertrauen in Vater und Mutter. Wenn Kinder häusliche Gewalt erfahren, ist das immer mit traumatischen Erlebnissen verbunden. Dieses Erlebte hat immer negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern, die aufgearbeitet werden müssen. Die Ängste der Mütter übertragen sich auf die Kinder und sie erfahren, dass die Mutter weder sich, noch die Kinder schützen kann. Der Vater, der geliebt wird und eigentlich Sicherheit bieten soll, wird zur unberechenbaren Bedrohung. Kinder können sich aus dieser bedrückenden Situation meistens nicht selbst befreien oder Hilfe holen. Deshalb sind sie auf den Schutz und die Begleitung der Erwachsenen angewiesen. Betroffene Kinder und Mütter haben die Möglichkeit sich durch Beratung Hilfe zu holen. Auch weitere Angehörige können sich Rat holen, um den Schutz der Kinder zu sichern. In der akuten Gefahrensituation sollte die Polizei über den Notruf 110 informiert werden.

Weitere beratende Hilfen gibt es z.B.
  • bei den Jugendämtern von der Stadt Celle Tel. (05141) 12 653 und dem Landkreis Celle Tel. (05141) 916 43 43,
  • der Beratungsstelle „BISS“ gegen häusliche Gewalt Tel. (05141) 21 44 44,
  • den Frauenschutzhäusern Tel. 05141/6633 und Tel. (05141) 2 57 88,
  • dem Kinderschutzbund Celle Tel. (05141) 4 60 66,
  • der Erziehungsberatungsstelle Tel. (05141) 916 44 00
  • sowie dem Kinder- und Jugendtelefon Tel. (0800) 1 11 03 33
  • und dem Elterntelefon Tel. (0800) 1 11 05 50.
Autor: Rosemarie Lüters / Gleichstellungsbeauftragte / Tel. 12 568