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Mit eindrucksvollen Eindrücken ist die zehnköpfige Celler Delegation von den Feierlichkeiten des 60. Geburtstages der Städtepartnerschaft zwischen Meudon und Celle zurückgekehrt. Dabei hat die französische Stadt den Auftakt gemacht und den Geburtstag gleichzeitig mit dem 50. Jubiläum des Elysée-Vertrages am 22. Januar begangen. Während des Festaktes im Zentrum für Kunst und Kultur wies Senator-Bürgermeister Marseille auf die besondere Vorreiterrolle der beiden Städte hin: Celle und Meudon haben als eine der ersten Partnerstädte bereits 10 Jahre vor dem Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag ein Zeichen für Versöhnung und einen dauerhaften Frieden in Europa gesetzt.

Bereits 1953, also nur acht Jahre nach Kriegsende wurden die freundschaftlichen Bande zwischen den beiden Städten geknüpft. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass deutsche Truppen während des Krieges Nordfrankreich besetzt und viele Franzosen in die deutschen Konzentrationslager deportiert hatten.

Einer von ihnen war Réné Leduc, erster Bürgermeister nach Kriegsende in Meudon. Als er bei einer Konferenz deutsch-französischer Bürgermeister auf seinen Celler Amtskollegen Dr. Hellmuth Krohn traf, erinnerte er sich, dass die Stadt nur wenige Kilometer vom Konzentrationslager Bergen-Belsen entfernt liegt, in dem er selbst inhaftiert war. Er ging auf den Celler Kollegen zu und initiierte die Zusammenarbeit zweier Kommunen beidseits des Rheins.

Beim Festakt kamen sich Senator-Bürgermeister Marseille und Oberbürgermeister Mende überein, dass das Erreichte eine gute Basis für die Zukunft der Städtepartnerschaft darstellt und sich die Beziehungen zwischen beiden Kommunen weiterhin fruchtbar entwickeln lassen. Durch eine Vielzahl von Austauschbegegnungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern ist es gelungen, alte Ressentiments abzubauen und so den Weg zur zukunftsweisenden Freundschaft zu ebnen. Insbesondere der nach wie vor rege Schüleraustausch bereits ab dem Grundschulalter bis hin zu den Gymnasien hat sich zum Brücken bauenden Instrument bewährt. Heute begegnen sich die Meudonaiser und Celler aller Generationen auf vielen Gebieten: regelmäßige Sportbegegnungen gehören ebenso dazu wie die gegenseitigen Besuche der Chöre beider Städte. Die Deutsch-Französische-Gesellschaft pflegt einen regen Kontakt mit dem Partnerverein Meudon Ville d‘ Europe und initiiert und unterstützt Begegnungen bei kulturellen und musikalischen Veranstaltungen. „Das ist etwas, was wir mit offiziellen Erklärungen oder Urkunden nicht verordnen können, das wird in den Herzen der Menschen entschieden“, unterstrich Oberbürgermeister Mende im Rahmen seiner Festrede.

„Die Jugend von heute sind die Botschafter für ein geeintes und starkes Europa von morgen“, so Bürgermeister Marseille. Um das Lernen der Sprachen zu befördern und das Verständnis für gemeinsame und unterschiedliche Traditionen und Werte zu vermitteln, wurde während der Feierlichkeiten ein Wettbewerb für Schulklassen auf den Weg gebracht. Französisch-Klassen aus Celle und Deutschklassen aus Meudon können sich daran beteiligen, um ein gemeinsames Buch über die Geschichte beider Städte zu gestalten.
Autor: Susanne Lau, Betreuerin der Städtepartnerschaft Meudon