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Bodenwerte Kf-Wert

Die Durchlässigkeit des Sickerraums ist eine wesentliche Voraussetzung für das Versickern von Niederschlagswasser. Die Durchlässigkeit der Lockergesteine hängt überwiegend von ihrer Korngröße, Kornverteilung und Lagerungsdichte ab. Bei Böden entscheidend auch vom Bodengefüge und der Wassertemperatur. Die Durchlässigkeit wird durch den Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) ausgedrückt.
Bei Lockergesteinen variiert sie im Allgemeinen zwischen 1 x 10 -2 und 1 x 10 -10 m/s. Die Kf-Werte gelten für Fließvorgänge in der wassergesättigten Zone. Entscheidend für die Ausbreitung der Wasserinhaltsstoffe in der ungesättigten Zone und für die Schutzwirkung der Grundwasserüberdeckung ist nicht der für die gesättigte Zone bestimmte kf-Wert, sondern der in der ungesättigten Zone geringere („schlechtere“) kf,u-Wert.
Der entwässerungstechnisch relevante Versickerungsbereich liegt etwa in eine Kf-Bereich von 1 x 10-3 bis 1 x 10 -6 .
Bei Kf-Werten größer als 1 x 10-3 m/s sickern die Niederschlagsabflüsse bei geringen Grundwasserflurabständen so schnell dem Grundwasser zu, dass eine ausreichende Aufenthaltszeit und damit eine genügende Reinigung durch chemische und biologische Vorgänge nicht erzielt werden kann.
Sind die Kf-Werte kleiner als 1 x 10-6 m/s, stauen die Versickerungsanlagen lange ein. Dann können anaerobe Verhältnisse in der ungesättigten Zone auftreten, die das Rückhalte- und Umwandlungsvermögen ungünstig beeinflussen können

Der Test

Versickerungstest Mit einem einfachen Test ist jeder in der Lage, die Versickerungsleistung des eigenen Bodens zu bestimmen. Mit dem Ergebnis lassen sich dann recht zuverlässige, ausreichend dimensionierte Anlagen bauen.

Benötigt werden :

  • Spaten
  • Zollstock
  • Klebeband
  • Kleine Holzlatte
  • Uhr
  • Wasser (am besten mit Wasserschlauch)
  • Etwas Feinkies oder Grobsand (ca. 10 Kg)
  • Papier
  • Bleistift
….und etwa 2 Stunden Zeit!

Wichtig: Der Versuch sollte immer in etwa der Tiefe durchgeführt werden, in der später auch die Versickerungsanlage gebaut werden soll. Hat man sich zum Beispiel bei einem Neubau für eine Rohrversickerung entschieden, da ein schluffiger (leicht lehmiger) Boden vorliegt und die Gartenfläche eine Flächenversickerung (allein) nicht zulässt, sollte der Versuch in etwa 1 m Tiefe durchgeführt werden (sofern das Grundwasser ausreichend tief (höchstens 2 m unter Geländeoberkante) vorliegt.

Versuchsaufbau:

  1. Benötigt wird eine 20 x 20 cm große, rechteckige Grube, die 20 bis 40 cm tief ist. Die Sohle muss völlig eben sein. Um eine Verschlammung zu verhindern, wird die Sohle mit einer 1 bis 2 cm dicken Feinkies- oder Grobsandschicht bedeckt
  2. Weil ein trockener Boden das Wasser schneller aufnimmt als ein bereits feuchter, muss die Grube etwa 1 Stunde lang vorbewässert werden. Erst dann kann man hinterher mit praxisgerechten Ergebnissen rechnen. In dieser Phase ist wichtig: die Grube darf während der Vorbewässerung nicht trocken fallen!
  3. Der Zollstock wird an der Holzlatte befestigt und in den Boden der Grube gesteckt. Ist die Vorbewässerung beendet, kann die eigentliche Messung beginnen. Die Grube wird bis zu einer markierten Höhe (z.B. 20 cm) mit Wasser gefüllt. Die Wasserstandshöhe und die Uhrzeit werden notiert. Aus der Vorbewässerung ist bereits ungefähr abzuschätzen, wie lange man warten muss, bis eine Veränderung erkennbar ist. Am Ende der Messung werden dann wieder die Uhrzeit und der Wasserstand notiert. Es sollten drei Kontrollmessungen durchgeführt werden.

 

Gemessene VersickerungsleistungBewertungGeeignete Versickerungsart
< 0,1 cm / Stunde sehr gering Mulden-Rigolen, Sickerteich
> 0,1 – 1 cm / Stunde gering Mulden-Rigolen, Muldenversickerung, Sickerteich
> 1 – 10 cm / Stunde mittel Muldenversickerung, Rohr- und Rogolen, Sickerteich
> 10 – 50 cm / Stunde hoch Mulden, Sickerteich
> 50 – 150 cm / Stunde sehr hoch Mulden, Flächenversickerung
> 150 cm / Stunde extrem hoch Flächenversickerung