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Das Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) regelt, dass die Gemeinden das auf Ihrem Gebiet anfallende Abwasser einschließlich des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms und des in abflusslosen Gruben gesammelten Abwassers zu beseitigen haben.
 
Per Satzung kann die Gemeinde für bestimmte Teile des Gemeindegebietes vorschreiben, dass die Nutzungsberechtigten der Grundstücke häusliches Abwasser durch Kleinkläranlagen zu beseitigen haben. Diese Regelungen hat die Stadt Celle in der Satzung zur Übertragung der Abwasserbeseitigungspflicht für das Stadtgebiet (Übertragungssatzung) getroffen.
 
Die Einleitungsgrenzwerte für Abwasser aus Kleineinleitungen sind in Anhang 1, Größenklasse 1, der Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung - AbwV) festgelegt. 
 
Die Anforderungen hiernach gelten als eingehalten, wenn eine KKA eingebaut und betrieben wird, für die das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (baZ) vergeben hat. In dieser Zulassung sind Anforderungen an den Einbau, den Betrieb und die Wartung der KKA festgelegt, so dass eine an die Einleitungsgrenzwerte ausgerichtete Funktionsweise gewährleistet ist.
 
Mit dem Kleinkläranlagen-Erlass des Nds. Umweltministeriums vom 21.12.2011 sind bei Neubauten und Nachrüstungen grundsätzlich nur noch Kleinkläranlagen mit einer baZ zu errichten. Hiervon abweichend können bei Neubauten von Pflanzenkläranlagen auch Anlagen nach dem Arbeitsblatt DWA-A 262 vom März 2006 zum Einsatz kommen. Die Einhaltefiktion nach AbwV gilt für diese Anlagen jedoch nicht, so dass hier eine behördliche Überwachung der Ablaufwerte erforderlich ist.
 
Der Erlass trifft ferner Regelungen zum Weiterbetrieb bestehender Kleinkläranlagen, die noch an den geltenden Stand der Technik anzupassen sind. Dieses sind Anlagen ohne Abwasserbelüftung, die den Regeln der DIN 4261 Teil 1 von 1991 entsprechen (Untergrundverrieselung, Filtergraben, Sickerschacht), die aus Gründen des Bestandsschutzes bis zum Ende ihres 15-jährigen Abschreibungszeitraumes, längstens bis zum 31.12.2017, weitergenutzt werden können.
 
Die Ableitung des gereinigten Abwassers in das Grundwasser ist nach geltender DIN 4261 Teil 5 vom November 2011 vorzunehmen. Hiernach werden Anforderungen an den Bau, den Betrieb und die Wartung von Versickerungsanlagen für biologisch aerob behandeltes häusliches Schmutzwasser geregelt.
 
Bereits der Erlass des MU vom 26.07.2002 zur Änderung der Abwasserverordnung und Neufassung der DIN 4261 Teil 1 vom Dezember 2002 stellt ausdrücklich fest, dass Wartungsverträge abzuschließen sind, um die regelmäßige Kontrolle und fachgerechte Wartung von Kleinkläranlagen mit dem Ziel einer dauerhaft stabilen Reinigungsleistung sicher zu stellen. Die Wartung darf nur von Fachkundigen durchgeführt werden, die nach Anleitung der baZ und der darin genannten Wartungshäufigkeit vorgehen.